Transsexualität, die Chance für die Chemieindustrie

Es gibt Leserbriefe, die verdienen es, zweimal gelesen zu werden. So die Mitteilung von Stefanie Bode von der Women´s Human Right Campaign Deutschland in der FAZ vom 07.04. Die Dame gendert zwar, aber ihre Argumente sind beachtlich. Worum geht es? Um das sogenannte Zuweisungsgeschlecht und seine Folgen. Das Wort Zuweisungsgeschlecht suggeriert, dass dem Neugeborenen ein Geschlecht zugewiesen wird. Frau Bode macht jedoch in ihrem Brief deutlich, dass man Geschlechter nicht zuweist, sondern feststellt. Oder, so möchte man fragen, gibt es eine Geschlechterzuweisungskommission in den Geburtsstationen, die darüber befinden, welches Geschlecht ein Säugling bekommt? Alsdann wird das Wort „straight ally“ problematisiert. Der Begriff suggeriere so Bode, dass Homosexualität mit Transgender in Verbindung stehe. Aus meiner Sicht irrt Bode hier. Das Wort bedeutet eher, dass heterosexuelle Personen Schwule und Lesben unterstützten. Bode weist jedoch zurecht darauf hin, dass lesbische Frauen sich als Frauen und schwule Männer sich als Männer fühlen. So zu tun, als hätte das irgendwas mit Transsexualität zu tun, ist grundfalsch. Und daraus zu schließen, man wäre verbündet, ebenfalls.

Dann kommt Bode auf den entscheidenden Punkt, indem sie von Geschlechterempfinden spricht. Hier erwähnt Bode zwei Konzepte, bei denen es vor nicht allzulanger Zeit darum ging, diese nicht zu vermengen: Fakten und Glauben. Fakt ist, dass man ein Geschlecht hat. Glaube ist, wenn man meint, ein Halbgott zu sein, oder aber einem anderen Geschlecht anzugehören. Kindern zu helfen, indem man sie in einem Glauben praktisch bestärkt, der nichts mit den Fakten zu tun habe, sei nicht sehr erwachsen, meint Bode. Oder würde irgendjemand auf die Idee kommen, Mädchen in ihrem Glauben zu bestärken, eine Fee zu sein, damit sie sich Flügel auf den Rücken transplantieren lassen können?

Aber es wird noch interessanter, als Bode die Frage aufwirft, was für eine Identität das überhaupt sei, wenn sie zum einen ja doch auf der üblichen Geschlechterform basiert, zum anderen auf einer dauerhaften Medikation beruht und so die Dissoziation vom eigenen Körper „normalisiert“. In den Worten Bodes: „Alles nichts Erstrebenswertes, was es zu beklatschen gilt.“

Seit 2019 wird Transsexualität als Zustand sexuellen Gesundheit definiert. Und es stimmt ja auch: Nicht jeder Transsexuelle muss Pillen schlucken. Ihn als krank zu bezeichen, wäre schwierig. Meine Intuition sagt mir aber, dass jemand der jeden Tag Medikamente nehmen muss, um die Fiktion aufrechtzuerhalten, man wäre ein Mann oder eine Frau, kaum als gesund bezeichnet werden kann. Doch wenn auch Gesundheit zur Glaubensfrage wird, dann ist wahrscheinlich auch das möglich.

Am Ende Leserbriefes stellt Bode die Frage, wem die Diskussion um ein Zuwendungsgeschlecht nutzt. Sie kommt dabei auf den industriel-medizinischen Komplex zu sprechen. Der IMK wittert ihrer Meinung nach die Chance auf das große Geschäft. Denn, so möchte ich ergänzen, wenn man nur genug Kindern einredet, sie seien im falschen Körper gefangen, so werden Hormonproduzenten, aber auch Chirurgen den großen Reibach machen. Wer nun meint, dass Ärzte grundsätzlich verhindern würden, Menschen zu schaden, der sei daran erinnert, dass in den USA Millionen verdient wurden mit Opioiden, die bei vielen zu Suchterkrankungen führten. Dazu auch folgender Link: www.aerzteblatt.de/nachrichten/102541/Aerzte-in-USA-wegen-illegaler-Schmerzmittelverordnungen-angeklagt. Die Frage, die Bode stellt: Bahnt sich in der Frage der nächste Skandal an? Wenn die Genderlobby hier ganze Arbeit leistet, kann das durchaus sein.

Dass die Identitätspolitik hier also „nützliche“ Arbeit als Türöffner leistet, sei abschließend von mir erwähnt. Immerhin hat man ja auch ein gewisses Interesse daran, das Geschlecht zur Disposition jedes Einzelnen zu stellen. Die Industrie scheint dieses Interesse zu teilen. So was nennt man wohl eine unheilige Allianz.

Bild von Rudy and Peter Skitterians auf Pixabay