Trugschluss

Auch wenn das Monitor, das linke Sturmgeschütz der ARD, es gerne so hätte, die Konservativen lassen sich nicht so einfach über einen Kamm scheren. Richtig ist, dass Putin und seine Schergen wenig Verständnis für LGTBQ haben. Wer sich zu seiner Homosexualität bekennt, hat es in Russland nicht leicht, um es milde auszudrücken. Das heißt jedoch nicht, dass nun jeder LGTBQ-Kritiker in Deutschland für Putin wäre.

Gerne wirft man alles in einen Topf, um daraus eine stinkende Brühe zu kochen. Das ist nichts Neues. In diesem Fall geht es so: Putin ist gegen etwas. X, Y und Z auch. Deshalb müssen sie auch sonst für Putin sein. Dieses Prinzip heißt Schuld durch Trugschluss. Hier ein Beispiel: Peter ist ein Mörder. Peter hat blaue Augen. Also sind Leute mit blauen Augen Mörder. Ein Trugschluss. Und weil Menschen nun mal so sind, wie sie sind, funktioniert das meistens ganz gut. So hat Donald Trump nach dem Giftanschlag auf Nawalny durchaus zu Recht gemeint, dass Nordstream II eingestellt gehört. Na, da war was los in Deutschland, als er sich so vernehmen ließ. Weil das von Trump kam, hatte der Vorschlag daher keine Chance. Er wurde nicht mal diskutiert. Heiko Maas, der damalige Außenminister lachte nur darüber.

Weil das Prinzip also prächtig funktioniert, wird man Konservative immer gerne mit Nazis, Putin oder Trump in Verbindung bringen, um ihre Ideen und Ansichten zu diskreditieren. Umso wichtiger ist es, dass sie deshalb darauf achten, sich von Übelmännern fern zu halten. Das gilt für Trump wie für Putin. Doch dabei dürfen sie nicht ihre eigenen Überzeugungen aufzugeben, nur weil Dunkelmänner sie auch haben.

Übrigens gilt auch das umgekehrte Prinzip. Jemand, der Respekt genießt, äußert eine Meinung, die durchaus unvernünftig und dumm sein kann. Aber weil sie von ihm kommt, wird sie beachtet und sogar angenommen. Das ist ebenfalls zu hinterfragen. Im Prinzip sollte klar sein: Wer im Hinblick auf Putin richtig liegt, kann trotzdem in der Genderpolitik falsch liegen. Jede Sache muss für sich betrachtet werden.

Es ist halt alles nicht so einfach, um mit einer Binse zu schließen. Aber am Ende bleibt nichts anderes übrig, als sich auch mal zwischen allen Stühlen zu setzen, wenn man sich treu bleiben möchte. Und vor allem muss man immer wieder darauf hinweisen, dass, nur weil Putin ein Ungeheuer ist, die LGTBQ-Ideologie trotzdem hinterfragt werden darf.

Christian Kümpel

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Zauberworte

Was macht man, wenn einem die Meinung eines anderen nicht gefällt? Und kommen Sie mir jetzt nicht mit Widersprechen. Besser ist, die Person mundtot zu machen, denken viele. Das kommt deshalb heutzutage immer häufiger vor, obwohl man ständig das Wort Toleranz hört. Die gilt auch, aber immer nur, wenn es um die eigene Meinung geht. Und Toleranz hat natürlich Grenzen, die nicht der Staat, sondern jetzt Gruppen festlegen, sogenannte zivilgesellschaftliche Agenten, Beauftragte, Vigilanten. Die ändern die Parameter schnell und gründlich. Was machen die also, wenn hier jemand mit irgendwelchen eigenwilligen Ansichten kommt, weil er gerade mal nicht aufgepasst hat?

Wenn jemand etwas anderes von sich gibt, als diesen Gruppen genehm ist, stehen Zauberworte, magische Wendungen und anderes zur Verfügung, um ihm seine Grenzen aufzuzeigen. Man sage zum Beispiel menschenverachtend, homophob oder rechts. Simsalabim, sofort verstimmen die anderen wie von Zauberhand. Das funktioniert meistens sehr gut. Und da muss auch nichts erklärt werden. Da muss nicht argumentiert werden. Da muss vor allem keine Verhältnismäßigkeit gewahrt werden.

Zum Beispiel forderte die JU Rheinland-Pfalz lieber saubere Toiletten als Toiletten für ein Drittes Geschlecht – was immer das sein soll. Sven Lehmann (he/er), Queer-Beauftragter der Bundesregierung, nannte das menschenverachtend. Es wäre eine Entschuldigung fällig. Darauf verfällt der Meinungsgeber meist in Schweigen. Manche finden da nie wieder ihre Zunge zurück. Der Zauber wirkt.

Menschenverachtend heißt ja eigentlich, dass man durch Taten oder Worte die Würde des Menschen grob verletzt. Zynische Bemerkungen sind also gemeint. Doch was ist nun zynisch daran, zu meinen, sauberer Toiletten sind wichtiger als eine dritte Toilette für sogenannte queere Personen, die vermutlich auch bald schmutzig ist, wenn man schon zwei Toilettenarten nicht sauber kriegt? Soll damit gesagt werden, dass sogenannte queere Menschen nicht auf die Toilette gehen dürfen? Natürlich dürfen sie das weiterhin. Und wäre es denn menschenverachtend, wenn man nur eine Toilette für alle fordert? Immerhin könnte das gegen Frauen gerichtet sein. Oder gegen Männer. Egal. Wichtig ist, dass Lehmann hier eine andere Meinung hat und die andere nicht mehr hören möchte. Und da spricht man eben das Wort.

Was jedoch überrascht ist, dass das überhaupt funktioniert, obwohl wir uns doch als aufgeklärt bezeichnen. Da müsste man doch die Mechanismen des Zaubers durchschauen. Ja, es sind heute andere magische Worte sind als früher. In der Sowjetunion waren diese: Klassenfeind, Faschist oder Diversant. Bei den Nazis waren es: verjudet, Bolschewist oder Volksfeind. Bei den Christen gab es auch solche Worte. Hexe, Teufel oder – wenn man protestantisch war – papistisch. Selbst die Amis kannten Bezeichnungen, die jeden erstarren ließen. McCarthy machte es möglich. Heutzutage ist es eben das Wort menschenfeindlich. Doch was ist denn nun mit dem Aufgeklärtsein oder dem Abgeklärtsein? Ach, wir sind wohl immer noch der alte Adam. Oder anders gesagt: Wir sind offensichtlich so aufgeklärt wie vor 80 Jahren oder 800 Jahren. Wenn das richtige Wort fällt, dann erstarren wir heute so wie früher.

Christian Kümpel

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Rinks und lechts

In der FAS vom letzten Sonntag wird noch einmal nach den Veränderungen in der Parteienlandschaft gefragt. Vor allem wird diskutiert, welche Parameter für die neue Lage verantwortlich sind. Herbert Kitschelt und Phillip Rehm beschränken sich dabei laut Boris Holzer auf zwei Faktoren: Bildung und Einkommen. Als Begründung geben sie an, dass andere Faktoren eng mit diesen korrelieren. Zum Beispiel hängen religiöse Überzeugen auch sehr stark von der sozio-ökonomischen Lage ab. Wenn man sich jedenfalls auf diese Kriterien einlässt, dann ergibt sich folgendes Bild:

Früher waren die Einkommensschwachen und Bildungsschwachen eher gewillt, linke Parteien zu wählen. Bildungsstarke mit hohem Einkommen wählten dagegen konservative Parteien. Dies natürlich alles grosso modo. Durch die Bildungsexpansion wuchs jedoch Gruppe der Bildungsgewinner, die jedoch nicht unbedingt Spitzengehälter erzielten, an. Mit ihnen rückte die Bildungselite nach links. Im Gegenzug fanden sich die Bildungsschwachen bald im rechten Lager wieder. Sie sind eher autoritär geprägt und wählen zum Beispiel Trump, weil Verteilungsfragen der Identitätspolitik gewichen sind. Anders gesagt: Die Demokraten werden die Partei der Bildungsgewinner, die Republikaner die Partei der Nichtakademiker. Oder, bundesrepublikanisch übersetzt, es werden die Grünen die Partei der Akademiker, die AfD wird dagegen die Partei der Nichtakademiker.

Das ist ein Dilemma für die klassische Arbeitergruppe. Ihnen ging es nur um Umverteilung. Die neue Linke will dagegen Gendergerechtigkeit. Auch das klassische bürgerliche Publikum findet sich nur in den ökonomischen Programmen der neuen Rechte wieder. Das Autoritär-Populistische ist ihnen aber eher unangenehm. Fazit: Die größten Fans des Linksliberalen sind eher mäßig verdienende Akademiker, während die Freunde der Rechten bei den besser verdienenden Nichtakademikern Punkten können. Eine Verkehrung der Verhältnisse, möchte man meinen.

Diejenigen, die sich nun Umverteilung, aber wenig Liberalisierung wünschen, fallen durch den Rost. Frau Wagenknecht und Konsorten mahnen daher immer wieder an, die Identitätspolitik fallen zu lassen, weil sie auf das Neobürgertum zugeschnitten ist. Das ists sozusagen der Klassenfeind. Allerdings wohl vergeblich. Denn die neue Linke verachtet die bildungsschwachen Freunde des Autoritären, die gerne starken Männer folgen. Sie erkennen in ihnen keine Verbündeten, sondern Feinde, die bekämpft werden müssen. Hätte sich das ein Karl Marx träumen lassen?

Wer nun meint, das Sein bestimme das Bewusstsein, der wird jedenfalls enttäuscht zur Kenntnis nehmen müssen, dass nicht so sehr die ökomische Lage als die Bildungsschicht heute darüber entscheidet, wo man politisch steht. Mit der bald anstehenden Krise kann sich das natürlich schnell wieder ändern. Denn Verteilungsfragen können dann wieder zu einem neuen Muster führen, zum Beispiel arme Akademiker und arme Nichtakademiker vereint gegen wenigen verbliebenden Reichen oder den Staat. Wie auch immer es kommen mag, am Ende heißt es jedenfalls immer die Einen gegen die Anderen. Wofür sie jeweils stehen ist dabei austauschbar.

Christian Kümpel

Storytelling

Der Philosoph Rudolf Burger weist darauf hin, dass wir unserem christlich-jüdischen Erbe verpflichtet sind. Das besteht insbesondere darin, festzustellen, dass etwas im Argen liegt, und zwar grundsätzlich. Die Welt ist für Christen und Juden schlecht. Da half nur die Hoffnung auf bessere Zeiten.

Nun sind wir zwar jetzt als Nicht-Christen oft ohne Glauben auf ein Leben nach dem Tod, wo alle Ungerechtigkeit in Gerechtigkeit umschlägt. Wir glauben allerdings immer noch, dass etwas im Argen läge. Allerdings wenn etwas mit der Welt nicht stimmt, dann muss man, wenn das Jenseits nicht mehr zur Verfügung steht, um Verbesserung herzustellen, die Hoffnung auf etwas anderes setzen als Gott, damit eine Heilsgeschichte erzählt werden kann.

Das Heil wurde deshalb konsequenterweise innerweltlich. Die Welt-Geschichte wurde entsprechend zu einer Heilsgeschichte umgedeutet. Die Story ging darauf eine Weile so: Die Welt ist nicht perfekt. Aber sie entwickelt sich nach den Gesetzen der Geschichte oder der Dialektik in die richtige Richtung. Durch Aufklärung und Wissenschaft erreichen wir gemeinsam unser Ziel.

Aber auch diese Geschichte mag keiner mehr so recht glauben. Irgendwie ist sie, wie man so schön sagt, auserzählt. Weil wir aber Geschichten brauchen, kursieren nun andere Narrative, vor allem welche, die nicht mehr von Fortschritt sprechen. En vogue sind jetzt Opfergeschichten. Und in der Tat gibt es seit den 60iger immer neue Gruppen, die nun ihre Narrative an den Mann bringen. Die Geschichte ist dabei meist auch schnell erzählt: Es war alles Unterdrückung und Qual. Und daran hat sich nichts geändert. Erlösung kommt dabei nicht vor.

Früher hätte man sich das vermutlich verkniffen, so zu erzählen. Happy Ending, das war einmal ein Muss. Nun ist die Geschichte des Fortschritt der Menschheit einer öden Leidensgeschichte gewichen.

Erlösung ist in diesen Geschichten, wie gesagt, nicht zu erwarten. Denn die Opfergeschichten sind von der Erzählstruktur wie moderne Einakter. Das Ende ähnelt dem Anfang. Wenn man so will, dann gilt der Satz: Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leiden sie noch heute. Allerdings steht fest: Wenn der Mensch unbedingt Geschichten braucht, dann ist die Opfergeschichte sicher die unproduktivste. Denn so wie bei der Geschichte von Tantalus, der im Wasser steht, durstet man nach mehr, ohne jemals den Durst stillen zu können. Denn wer einmal sein Opfernarrativ gesungen hat, der wird von dieser Geschichte nicht mehr lassen. Sie ist einfach zu verführererisch.

Bei den Christen sind es die Unterdrückten, die in den Himmel kommen. Heute will man als postmoderner Mensch aber nur noch unterdrückt sein, ohne Aussicht auf Erlösung. So erzählen eigentlich nur Masochisten. Im Masochismus liegt ja auch, wie wir wissen, ein ganz besonderer Reiz. Ist er am Ende das Geheimnis der Postmoderne?

Christian Kümpel

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Opfergeschichte

Der Philosoph Rudolf Burger weist darauf hin, dass wir unserem christlich-jüdischen Erbe verpflichtet sind. Das bestehe insbesondere darin, festzustellen, dass etwas schlimm im Argen liegt. Da helfe nur die Hoffnung. Nun sind wir zwar jetzt oft ohne Glauben an Gott. Wir glauben allerdings immer noch, dass etwas grundsätzlich mit der Welt nicht stimme. Allerdings: Wenn etwas mit der Welt nicht stimmt, dann muss man, wenn das Jenseits nicht mehr zur Verfügung steht, die Hoffnung auf etwas anderes setzen als Gott, damit eine Heilsgeschichte erzählt weiter erzählt werden kann. Das Heil wurde deshalb bald in der Geschichte selbst verortet: Die nicht perfekte Welt entwickelte sich nun nach den Gesetzen der Geschichte oder der Dialektik in die richtige Richtung. Durch Aufklärung und Wissenschaft sei unser gemeinsames Ziel zu erreichen. Nun ist es mittlerweile so, dass auch diese Geschichte keiner mehr so recht glauben mag. Irgendwie ist sie, wie man so schön sagt, auserzählt. Weil wir aber Geschichten brauchen, kursieren nun andere Narrative, die nicht mehr von Fortschritt sprechen. En vogue sind jetzt Opfergeschichten. Und in der Tat gibt es seit den 60igern immer neue Erzähler, die nun ihre Opfernarrative an den Mann und die Frau bringen. Die Geschichte ist dabei meist schnell erzählt: Unterdrückung allenthalben und Qual, bis heute. Es ist ein Jammer. Und so ist es wenig überraschend, dass auch einige weiße Ostdeutsche anfangen, das Opferlied zu singen, was dann die AfD gerne aufgreift. Oder umgekehrt. Sie sind erzähltechnisch in derselben Geschichte wie Frauen oder Schwule, ohne allerdings dieselbe Bewertung für ihr “Leid” zu bekommen. Denn es gibt natürlich auch eine Opfer-Hierarchie. Daher ist die Story von der üblen Lage des Ossis aus Bautzen eher nicht auf der Bestsellerliste. Erlösung ist bei diesen Geschichten übrigens nicht zu erwarten. Die Opfergeschichten sind von der Erzählstruktur nämlich wie moderne Einakter. Das Ende ähnelt dem Anfang. Wenn man so will, dann gilt d er Märchensatz auch hier: Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leiden sie noch heute. Und leiden und leiden und leiden. Wenn der Mensch mythenpflichtig ist, dann ist der Opfermythos sicher nicht unbedingt die produktivste Geschichte. Denn so wie Tantalus durstet man offensichtlich ständig nach mehr, ohne jemals den Durst stillen zu können. Wer einmal Opfer ist, der wird von diesem Status wohl dennoch nicht mehr lassen. Denn unsere Gesellschaft belohnt diejenigen, die leiden, im Gegensatz zur Antike gerne mit Aufmerksamkeit und Sympathie. Wir sind geradezu verliebt in die Opfer. Die Frage, warum dies so ist, ist aus meiner Sicht, der Schlüssel zum Verständnis dieser postmodernen Gesellschaft. Christian Kümpel Bild: Pixabay

Verbitterungssyndrom

Menschen reagieren unterschiedlich auf einschneidende Veränderungen, die als negativ empfunden werden. Die einen ignorieren sie, andere passen sich an. Manche verbittern. Verbitterung ist eine Mischung aus Frustration und Zorn. Dieses Gefühl kann zum Beispiel eintreten, wenn man als fleißiger Mitarbeiter nicht gewürdigt wird. Oder wenn man von seinem Lebensgefährten immer nur hört, wie unfähig man sei.

Ich vermute aber, dass man besonders verbittert, wenn man zusehen muss, wie die eigene Welt verschwindet, ohne dass man ohne etwas tun kann. Und das Gefühl setzt auch ein, wenn man ständig zu hören kriegt, das eigene Land sei homophob, rassistisch und frauenfeindlich. Also irgendwie schlimmer als Afghanistan, Nordkorea und das Dritte Reich zusammen. Man kriegt dann geradezu einen Ekel vor dem eigenen Land, wenn man so etwas ständig hört. Wie einen ja auch Menschen anwidern, die sich ständig selber schlecht machen.

Doch bleiben wir bei der Verbitterung. Dazu gehört, wie gesagt, unbedingt das permanente Gefühl von Ohnmacht. Die eigene Machtlosigkeit wird einem ständig vor Augen geführt und noch greifbarer, wenn man erfährt, dass die wichtigen Entscheidungen nicht im Parlament, sondern irgendwo in der EU, bei der EZB oder bei NGOs, also bei nebulösen Mächten liegt, von denen man nicht das Gefühl hat, man habe auch nur den geringsten Einfluss aus sie. „Mich hat niemand gefragt, als 2015 Millionen ins Land gelassen wurden.“ Das ist so ein Satz. Und man sollte sich da auch keine Illusionen machen: Auch in Zukunft wird man kaum gefragt werden, wenn es um wichtige Dinge geht. Und selbst wenn, interessiert die Antwort nicht.

Was macht nun der ob all dieser Phänomene verbitterte? Er bestraft seine Umwelt, indem er seine Verbitterung oder Wut zur Schau stellt. Er nervt irgendwann selber, weil er selbst genervt wird. Seine Gedanken kreisen nur noch um die eigene Hilflosigkeit und die Frustration. Und er macht das zum Dauerthema. Schließlich sucht er schon fast krampfhaft nach Anlässen, seiner Verbitterung weiteres Futter zu geben. Es ist, als ob die Verbitterung immer neue Nahrung bräuchte. Unglück wird so zur Dauerschleife.

Doch was kann man wirklich tun, wenn man nichts tun kann? Die Antwort könnte lauten: Wer wenig Gepäck mit sich herumschleppt, der verbittert nicht so schnell. Wem das Land, die Gesellschaft und auch die EU egal sind, der muss sich nicht aufregen, wenn Mächte jenseits seiner Einwirkungsmöglichkeiten wüten. Sie sind wie die Sonne und der Regen, die man ja auch nicht stoppen kann. Was macht es dann schon, wenn nun Jugendlichen ihre vermeintliche Transsexualität entdecken und manche behaupten, nur eine gendergerechte Sprache könne die Welt retten? Was geht mich der Irrsinn der Welt an, könnte man fragen. Die Welt ist schon öfter mit bizarren Figuren aufgetreten. Das gehört einfach dazu. Wichtig ist nur, dass man sich das nicht zu Herzen nimmt. Man wird so Beobachter und gewinnt Abstand. Von der eigenen Verbitterung haben nur diejenigen etwas, die uns verbittern lassen wollen. Und das sind sicher nicht wenige. Wem es gelingt, hier die Balance wiederzufinden, der hat den Narren schon ein Schnippchen geschlagen. Das ist in diesen Zeiten keine kleine Leistung.

Christian Kümpel

Misstrauen ist angesagt

Tja, jetzt hat es auch die Linke erwischt. Nach allem was bekannt geworden ist, hat ein Mitarbeiter der Landtagsfraktion der Linken in Hessen ein Verhältnis mit einer Minderjährigen gehabt. Der Mitarbeiter sei der Partner von der Landesvorsitzenden Janine Wissler gewesen, liest man. Nun steht im Raum, dass Wissner ihren Partner geschützt habe. So viel zum Thema Solidarität unter Linken.

Und natürlich fiel dann nach dem Bericht weiteren Betroffenen ein, dass auch sie Opfer sind. Die Vorsitzende des linken Jugendverbands Solid, Sarah Dubiel, meinte nach Angabe der TAZ, sie kenne keine Genossin, die noch nie sexistisch angegangen worden sei. Da tut sich ein weiterer Sumpf auf. Vermutlich allerdings nur in der Phantasie der Me-Too-Fans.

Während man in den promiskuitiven Siebzigern vermutlich sexuelle Belästigung irgendwie anders eingeordnet hat, hat sich mittlerweile eine gewisse Übersensibilität breit gemacht. Die taffe Frau, die sich zur Wehr setzen kann, ist dem Bild des Opfers mit Opfer-Abo gewichen. Bei Harvey Weinstein, dem Produzenten, seien massenhaft Frauen Opfer seines Triebes geworden, hört man. Vielen fiel das aber erst auf, nachdem sie auch mithilfe von Weinstein Filmkarriere gemacht hatten. So viel zum Thema Solidarität unter Frauen und Timing.

Dank des medial-technischen Komplexes erfährt heute schnell die ganze Welt, dass man einer Frau die Hand auf die Knie gelegt hat, ohne dass sie darum bat. Zumindest dann, wenn die Frau ein Twitter-Account unterhält. Weil das so ist, muss man in der Tat schon ziemlich unter Kontrollverlust leiden, wenn man da noch was probiert. Und da ist das ja auch das Risiko, dass man beschuldigt wird, ohne wirklich was wirklich Schlimmes getan zu haben. Manchmal muss man auch gar nichts tun, um fertiggemacht zu werden.

Hier sei noch mal erinnert an die unbegründeten Vergewaltigungsvorwürfe gegen Männer, die in der Vergangenheit zu hohen Haftstrafen führen. Horst Arnold ist da nur ein Beispiel. Der Mann wurde von einer lügenhaften Frau ruiniert, indem sie ihn der Vergewaltigung bezichtigte. Der Richter glaubte der Frau, obwohl ihre Geschichte absurd war. So kann es gehen.

Sexuellen Missbrauch wird es immer geben. Auch den, durch Reize zu manipulieren. Der Versuchung, sexuellen Missbrauch vorzutäuschen, um sich zu rächen oder Vorteile daraus zu ziehen, wird man weiterhin erliegen. Allerdings hat sich die Kommunikation verändert. In der Folge werden Männer misstrauischer sein müssen, auch sich selbst gegenüber. Aber vor allem gegenüber den Frauen. Man kann allen nur raten: Lasst immer eine Kamera laufen und verabredet euch nicht zu zweit. Damit es später nicht heißt: Meeee Toooo!

Christian Kümpel

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Wir erleben eine tektonische Plattenverschiebung

Wir erleben eine tektonische Plattenverschiebung der ideologischen Erdkruste. Die Disruptionen gehen mitten durch Social-Media-Blasen und durch gefühlt für die Ewigkeit gewachsene Weltanschauungs-Tribes und -Völker.

Ein längst untergegangen geglaubtes Atlantis steigt mit Kraft wieder aus dem Mahlstrom der Geschichte hervor.

Sein Name lautet: Der Freie Westen.

Eurasien – Die russische Falle für uns Konservative.

Wer es bis jetzt noch nicht begriffen hat: Die Russen wollen ein Eurasien von Wladiwostik bis Lissabon.

Europa soll dabei die Wirtschaftslokomotive sein und Russland liefert Energie, Rohstoffe und militärische “Sicherheit”.

Russland will die USA aus Europa vertreiben und die NATO zerschlagen.
Wer die Ideen des Putin-Einflüsterers Alexander Dugin noch nicht kennt, sollte sich unbedingt mit seiner Ideologie beschäftigen: https://de.wikipedia.org/wiki/Grundlagen_der_Geopolitik

Wir stehen an einem Wendepunkt der Geschichte und jeder Europäer sollte überlegen was er bereit ist zu tun, um die Freiheit von uns Europäern gegen das russische Imperium zu verteidigen.