Strafgesetze identitätspolitisch gedreht

Strafgesetze identitätspolitisch gedreht

In New York, der Stadt, die bekanntlich niemals schläft, ist man auch identitätspolitisch hellwach. So wurde laut Zeitungsberichten Cannabis legalisiert unter anderem mit der Begründung, dass Schwarze häufiger für Marihuana-Delikte verhaftet werden als Weiße, und das, obwohl Weiße und Schwarze pro Kopf ähnlich viel von dem Zeug konsumieren. Mal abgesehen von der Frage, ob es sinnvoll ist, den Cannabis-Konsum zu bestrafen, diese Denke ist irgendwie schräg. Was wäre zum Beispiel, fände man heraus, dass pro Kopf Weiße so viel Morde begehen wie Schwarze, aber mehr Schwarze dafür im Knast landeten? Wäre das der Grund, den Mordparagraphen abzuschaffen? Wohl kaum. Jeder ist vor dem Gesetz gleich, heißt es. Dass dies nicht immer stimmt, ist richtig. Das spricht aber nicht gegen das Prinzip. Eher dafür, noch besser darauf zu achten, dass die Polizei und die Gerichte den Grundsatz achten. Anders gesagt: Dass Gesetze nicht immer perfekt angewandt werden, heißt nicht, dass das die Gesetze schlecht sind. Es heißt, dass die Welt nicht perfekt ist. Daran zu arbeiten, sie in dieser oder jener Hinsicht besser zu machen, wäre, auch wenn es niemals eine perfekte Welt geben wird, ein vernünftigeres Ziel.  

Bild: CQF auf Pixabay

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